Die Feuerwehr Hamburg entwickelte einen Fahrzeugtyp als Nachfolger für eigene Löschfahrzeuge, die zum Teil vom Bundes-Katastrophenschutz übernommen worden waren. Die alten Fahrzeuge waren bei fast allen Freiwilligen Feuerwehren der Stadt als 2. Einsatzfahrzeug im Dienst. Der Prototyp, intern „LF 16-KatS“ genannt, wurde im Jahr 2000 auf der Messe Interschutz vorgestellt. Dieses Löschgruppenfahrzeug wurde so ausgerüstet, das es für den täglichen Einsatzdienst besser als die alten und wie jedes LF für Brandbekämpfung (auch in größerem Umfang), technische Hilfeleistung und Erste Hilfe geeignet ist, aber auch für den Katastrophenschutz (KatS).

Ab Mitte 2005 wurden dann LF 16-KatS in einer überarbeiteten Form beschafft und an die Wehren verteilt, die über ein 2. LF verfügen sollten und keins der verbliebenen des Bundes-Katastrophenschutzes hatten. Gegenüber dem Prototyp gab es u. a. diese Änderungen: Pumpenleistung von 1600 l/Minute bei 8 bar auf 2000 l/Minute bei 10 bar erhöht, Löschwassertank auf 1600 l verdoppelt (intern wird dennoch die Bezeichnung LF 16 statt LF 20/16 verwendet).

Das LF mit dem Kennzeichen HH-86272 wurde am 24.05.2006 zugelassen und am 16.06.2006 an die FF Eimsbüttel übergeben. Damit erhielt die Wehr als eine der letzten Freiwilligen Feuerwehren Hamburgs eines der 52 vorgesehenen Fahrzeuge dieser Art. Das zuvor vorhandene LF 16 „Hansa“ wurde abgezogen.

Fahrzeugdaten: 
Hersteller DaimlerChrysler 
Typ Atego 1428 AF 
Radstand 3,86 m 
6 Zylinder-Dieselmotor mit 205 kW / 279 PS bei 2200 Umdrehungen/Minute 
6374 ccm Hubraum 
Euro 3 
Allradantrieb, permanent 
Höchstgeschwindigkeit 100 km/h 
Automatikgetriebe Allison WT 3060 
Länge 7,55 m 
Breite 2,50 m 
Höhe 3,18 m 
Zulässiges Gesamtgewicht 14,5 t 
Anhängekupplung mit einer Anhängelast von 2/1,5 t (Anhänger mit/ohne Bremse) 
Treibstofftank 130 l 
9 Sitzplätze 
Baujahr 2006

Der Aufbau wurde von der Firma Ziegler in Aluminiumbauweise erstellt (ALPAS), die Lackierung erfolgte in Tagesleuchtrot (RAL 3024). Eingebaut wurden eine einstufige Feuerlöschkreiselpumpe Typ Ziegler FPN 10-2000-1 H (Nennleistung 2000 l/Minute bei 10 bar; maximal 3000 l/Minute) mit 2 Entlüftungseinrichtungen Trokomat Plus und ein 1600 Liter fassender Löschwassertank. Mannschafts- und Pumpenraum sind mit Standheizungen versehen. An den Seiten und am Heck des Gerätekoffers sind Umfeldbeleuchtungen vorhanden. Auf einen Arbeitsstellenscheinwerfer wurde zugunsten eines Handscheinwerfers verzichtet. Sondersignalanlage an der Front: Blitzleuchten und Warnanlage von Hänsch mit elektronischer Tonerzeugung mit Stadt-/Landumschaltung sowie Durchsageverstärker und Pressluftfanfaren der Firma Martin.
Sondersignale anhören
Ein Blick auf den Platz des Maschinisten (Fahrers) zeigt ein paar Details: Fußschalter für den Betrieb der Pumpe bei langsamer Fahrt und das Einsatzhorn. Unter dem Dach eingebaut wurde das mittlerweile nur noch als Rückfallstufe vorhandene analoge 4m-Band-Sprechfunkgerät Teledux 9 (EADS) mit FMS-Kennungsgeber. Nachgerüstet wurde ein Sepura-Handbediengerät für das inzwischen ausschließlich genutzte Digitalfunkgerät. Zwischen Fahrer- und Beifahrersitz befinden sich Ablagemöglichkeiten für Unterlagen etc., außerdem die Ladehalterungen für 4 digitale Handsprechfunkgeräte (Sepura) für den Maschinisten, den Gruppenführer (2 Geräte) sowie ein als Repeater nutzbares Gerät (das normalerweise auf dem LF 16/12 der Wehr verlastet ist). Der Hörer für das Funkgerät ist am Armaturenbrett zwischen dem Maschinisten- und Gruppenführerplatz befestigt. Darüber positioniert ist das Mikrofon für Lautsprecherdurchsagen. Zwischen Sitz und Ablagekasten: Eine Handlampe für den Gruppenführer und der bereits erwähnte Handscheinwerfer. Vor dem Sitz wurde eine Schreibunterlage montiert, beleuchtet durch eine flexible Lampe.

Mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzen (von der Fahrerseite aus gesehen) der Angriffstruppführer, der Melder und der Angriffstruppmann. Die äußeren Plätze sind mit Halterungen für Atemschutzgeräte versehen. Hier befinden sich u. a. auch die Feuerwehr-Sicherheitsleinen, Fluchthauben und 4 digitale Handsprechfunkgeräte in Ladehalterungen für den Angriffs- und Wassertrupp. Unter der Sitzbank ist weiteres Gerät untergebracht, z. B. Handsägen. Im Fußbereich vor der Bank befindet sich das Türöffnungsgeschirr.

Auf der hinteren Sitzbank gilt diese Sitzordnung (wieder von der Fahrerseite aus beschrieben): Wassertruppführer, Schlauchtruppführer, Schlauchtruppmann, Wassertruppmann. Alle Plätze sind mit Sicherheitsgurten versehen. Unter der Bank finden sich Filter, Warnwesten und vieles mehr. An den Innenseiten der Türen wurden Halterungen für die Warndreiecke des Fahrzeugs befestigt. Diese dienen so bei geöffneten Türen als Warnsignale für von hinten kommende Autos.

Im Geräteraum 1 (Fahrerseite, vordere Jalousie) befinden sich u. a. Schaufeln, Besen, Spaten, Feuerpatschen, Schutthaken, 6 A-Saugschläuche, ein Saugkorb mit Zubehör, ein Kellersaugkorb, Schlauchbrücken, 2 Druckbegrenzungsventile sowie eine Tragkraftspritze Typ Ziegler TS 8/8 „Ultra Power“ (Nennleistung 800 l/Minute bei 8 bar; maximal 2000 l/Minute; mit E-Starter und Entlüftungseinrichtung „Trokomat“; übernommen vom Vorgängerfahrzeug) auf einem tief liegenden Auszug. In Planung ist die Konstruktion einer Aufnahmevorrichtung für einen hydraulischen Rettungssatz, der so z. B. bei einem Ausfall des 1. Löschfahrzeugs an Stelle der TS verlastet werden könnte. Der dann notwendige Stromanschluss ist bereits vorhanden.

Der G3 (Geräteraum 3; Fahrerseite, mittlere Jalousie) beinhaltet 2 Atemschutzgeräte, 4 Reserve-Atemluftflaschen, 2 Äxte, Leinentrommel, 2 Verkehrswarn-Blitzleuchten, ein Fach für eine grosse Kühlbox.

Mit G5 wird der Geräteraum 5 auf der Fahrerseite (hintere Jalousie) bezeichnet. Er enthält mehrere B-Druckschläuche (jeweils 2 hintereinander, insgesamt sind im Fahrzeug 30 B-Schläuche verteilt), 2 aufblasbare 1000 l-Auffangbehälter (offen/faltbar, davon einer mineralölbeständig) mit Luftpumpe, 3 Schlauchtragekörbe mit jeweils 3 C-Druckschläuchen, 3 C-Rollschläuche (2 weitere sind in anderen Geräteräumen untergebracht), einen 5 m-B-Schlauch und im Traversenkasten einen Schnellangriffsverteiler mit B-Schlauch.

Hinter der vorderen Jalousie auf der Beifahrerseite (Geräteraum 2) ist ein Stromerzeuger (Leistung 8 kVA) untergebracht, mit dem das Fahrzeug selbst und die mitgeführten Elektrogeräte versorgt werden können. Hier zu finden sind auch eine Elektro-Tauchpumpe TP 8/1 (800 l/min), Kabeltrommeln (230 bzw. 400 Volt), Trennschleifer, Motorkettensäge, Elektrokettensäge, 2 Kanister Ölbindemittel.

Eine Flutlichttrage mit zwei 1000 W-Flutlichtstrahlern und Stativ / Lichtbrücke, mehrere Werkzeugkisten, Sanitätsmaterial, Standrohr und eine Kübelspritze sind im Geräteraum 4 untergebracht (Beifahrerseite, mittlere Jalousie). Wie beim gegenüber liegenden Geräteraum ist der Kotflügel abgeklappbar. Durch eine Abdeckung mit Riffelblech entsteht eine Auftrittstufe, die wie auch die anderen herunterklappbaren Tritte mit maximal 250 kg bzw. 2 Personen belastbar ist. So kann eine durchgängige Fläche vor den Geräteräumen genutzt werden.

Im Geräteraum 6 (Beifahrerseite, hintere Jalousie) befinden sich beispielsweise die Geräte für einen Schaumangriff (Schwerschaum, 400 l/min), der 2. Verteiler, der Wasser-Schnellangriff (2 C-Rollschläuche mit Hohlstrahlrohr „POK 150“), 3 Kanister mit jeweils 20 l Schaummittel, je 2 C- und B-Strahlrohre sowie 2 Stützkrümmer, weitere B-Schläuche (ebenfalls 2 hintereinander), Pulverlöscher PG (12 kg) und Schuttmulden.

Im rückwärtigen Geräteraum GR ist ein Lautsprecher für das analoge Funkgerät vorhanden, außerdem ein 2. Handbediengerät für das digitale Fahrzeugfunkgerät. Der Geräteraumverschluß läßt sich nur so weit öffnen, das die Pumpe und ihre Bedienelementen frei werden. Darüber befinden sich hinter einer Wand die Rollschläuche, die von den Seiten erreichbar sind und von denen jeweils 2 hintereinander gelagert sind. Gerade noch am rechten Bildrand zu erkennen ist die schwarze Halterung für die Atemschutzüberwachungstafel. An Gerät sind u. a. ein Sammelstück, Übergangsstücke und Kupplungsschlüssel gelagert.

Am Heck befinden sich ein 3. Blaulicht von Bosch (abschaltbar, damit bei Kolonnenfahrten der Fahrer eines folgenden Einsatzfahrzeugs nicht ständig ein rotierendes Blaulicht vor Augen hat), ein Tri-Blitz zur Absicherung bei Stillstand des Fahrzeugs und eine akustische Rückfahrwarneinrichtung.

Auf dem Fahrzeugdach sind 4 Steckleiterteile, eine 3-teilige Schiebleiter und ein Einreisshaken verlastet.

Klicken Sie eine der Türen oder Geräteraumverschlüsse der Ansicht der Fahrerseite an, Ihnen wird dann ein Bild des Inneren gezeigt!

Ihnen wird ein Foto des Inneren geboten, Wenn Sie eine der Türen oder Geräteraumverschlüsse auf dem Bild der Beifahrerseite anklicken!

Ein Bild des Innenlebens des hinteren Geräteraums GR wird angezeigt, Wenn Sie das Foto des Fahrzeughecks anklicken!